Psychotherapie

Psychotherapie bedeutet wörtlich übersetzt Behandlung der Seele. Menschen, die unter seelischen Beschwerden bzw. einer psychischen Störung leiden, fällt es meist schwer, alltägliche Aufgaben und Probleme zu bewältigen.

Zu den psychischen Störungen gehören Ängste und Phobien aller Art, Depressionen, Süchte, Zwänge, Belastungsstörungen, Burn Out, Essstörungen, schizoaffektive und bipolare Störungen sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.

Darüber hinaus kommt der Psychotherapie bei psychosomatischen Störungen eine besondere Bedeutung zu. Der Begriff Psychosomatik bringt zum Ausdruck, dass die Seele (Psyche) einen Einfluss auf den Körper (das Soma) hat.

Das heißt, infolge seelischer (unbewusster) Probleme und Belastungen kann es zu einem gestörten körperlichen Allgemeinbefinden kommen, da jedes Gefühl von einer Körperreaktion begleitet wird.

Zum Beispiel wird Angst von Herzrasen, Zittern und Schweißneigung, Luftnot und Schwindel sowie Reaktion des Magen-Darm-Trakt (z.B. bei Prüfungs- bzw. Bewertungsangst) begleitet. Bei kontinuierlicher Anspannung (Aktivierung des Symphatikus und Amygdala) kann es zu einer dauerhaften Beeinträchtigung, z.B. des Magen-Darm-Kanals (z.B. Reizdarm) kommen. Das Schmerzempfinden wird ebenfalls durch psychische Prozesse stark beeinflusst.

Menschen, die wenig Zugang zu sich haben, interpretieren körperliche Missempfindungen oft nicht als normale Stressreaktionen, sondern als Krankheitszeichen. Das Erleben dieser Missempfindungen als Zeichen einer Krankheit führt dann zu Aufmerksamkeitsfokussierung auf körperliche Symptome, was die Wahrnehmung von Missempfindungen steigert (Teufelskreis der somatosensorische Verstärkung).

Ursachen, die somatoforme Störungen begünstigen können, können emotionale Vernachlässigung in der Kindheit sein (Bezugspersonen haben kaum Zeit, sind erkrankt oder wurden ablehnend erlebt) oder Traumatisierungen in jedem Lebensalter (Gewalterfahrung, Missbrauch) sein.

Patientin profitieren davon, die psychischen als auch körperliche Signale nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu alternativ zu interpretieren, um notwendige Grenzen ziehen zu können, um sich nicht zu überfordern bzw. um über die Emotionen Zugang zu Bedürfnissen zu bekommen .

Mehr lesen…

KVT

Kognitive Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie hat ihren Ursprung in der Verhaltenswissenschaft und in den sog. Lerntheorien. Ausgangspunkt aller verhaltenstherapeutischer Methoden ist, dass alles, was gelernt wird, auch wieder „verlernt“ werden kann und neue Verhaltensweisen jederzeit erworben werden können. Jede Verhaltenstherapie zielt darauf ab, neue Einstellungen und Verhaltensweisen zu erarbeiten, die Ihnen mehr Lebensqualität bringen.

Das verhaltenstherapeutische Vorgehen fokussiert die Wechselwirkung  von Verhalten, Denken, Fühlen und körperlichen (physiologisch-vegetativen) Reaktionen. Im Mittelpunkt stehen Koginitionen und deren Auswirkungen. Der Begriff Koginition umfasst alle Gedanken, Einstellungen, Überzeugungen und Bewertungen. Die KVT geht davon aus, dass die Art und Weise, wie wir denken, bestimmt, wie wir uns fühlen, verhalten und wie wir körperlich reagieren.
Gedanken können also Emotionen beeinflussen und umgekehrt können Gefühle das Denken beeinflussen – und nehmen somit wiederum Einfluss auf das Handeln.  
Negative Kognitionen sind wesentliche Faktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung von u.a. Depressionen, psychosomatischen Beschwerden, Angsterkrankungen, Essstörungen, Zwängen, Anpassungs- und Schlafstörungen und Burn Out.

Typische Elemente einer Verhaltenstherapie sind z.B. Problem- und Bedingungsanalysen für die Klärung eines Problems. Die Arbeit ist ziel- und lösungsorientiert. Zudem bedient sich die Verhaltenstherapie unterschiedlicher  wirksamer Verfahren – dazu gehören vor allem kognitive Methoden. Diese befassen sich mit allen gedanklichen Strukturen wie z.B. Einstellungen, Erwartungen, Annahmen und Erkenntnissen. Kognitionen beinhalten all das, was Menschen über sich selbst, ihre Umwelt, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft denken.
Die sogenannten Konfrontationsmethoden haben das Ziel, Ängste abzubauen. Sie kommen vor allem bei aller Art von Phobien, Panikattacken, Zwangsstörungen aber auch bei Essstörungen zum Einsatz. Rollenspiele, Selbstsicherheits- und Kommunikationtrainings sind Beispiele für verhaltenstherapeutische Verfahren, die den Aufbau gewünschter Verhaltensweisen fördern, z. B. bei sozialer Schüchternheit.

Ziele einer kognitiven Verhaltenstherapie:

  • Reduktion der Symptomatik und des Belastungserlebens
  • Wahrnehmung und Erarbeitung der Zusammenhänge zwischen Symptomatik, aktueller auslösender Situation und aufrechterhaltenden Faktoren und Bedingungen
  • Bewusstsein über handlungsbestimmende Überzeugungen, hinderliche Denk- und Verhaltensmuster und deren Veränderung
  • Erlernen von Problemlösestrategien, Eigensteuerung und Selbstfürsorge

Sitzungsfrequenz: zu Beginn 1×50 Min./Woche | Behandlungsdauer: 12/24/60  bis max. 80 Sitzungen

Mehr lesen

Schematherapie

Die Schematherapie geht davon aus, dass wir in der Kindheit und im weiteren Verlauf des Lebens Muster, bestehend aus Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperempfindungen erwerben. Diese Muster werden als Schemata bezeichnet, die weitestgehend unser Verhalten steuern.

Die Schematherapie ist eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie. Der Begründer Jeffrey Young integrierte dabei Theorien und Techniken verschiedener Therapiemethoden in ein einheitliches, neurobiologisch fundiertes Konzept. Schematherapeutisches Vorgehen ist emotions- und erlebnisorientiert und schlägt eine Brücke zwischen persönlichen Problemen in der Gegenwart und deren Entstehung in der Vergangenheit. Nach Young beeinflussen die in der Kindheit entstandenen Muster das gesamte Leben – positiv wie negativ – auch, weil die gemachten Erfahrungen und ihre Auswirkungen im Gehirn (neurobiologisch) verankert sind.

Jeder von uns kennt Unsicherheiten, Ängste oder auch Selbstzweifel – das ist normal. Wenn diese Art der Gefühle jedoch fast immer präsent sind und unser Leben überschatten, dann haben wir es mit hinderlichen Schemata oder auch „Lebensfallen“ zu tun. Als Lebensfallen bezeichnet Young negative Muster, die in der Kindheit entstehen und sich wie ein roter Faden durch das Leben ziehen. Geprägt werden sie durch Erfahrungen mit Eltern, Lehrern oder anderen Autoritäten und Gleichaltrigen (Peergroups). Wie oft hören Kinder, dass sie so wie sie sind, nicht o.k. sind! Sie sind zu zappelig, anstrengend, schwierig, ungehorsam, zu laut, zu faul, zu dumm, zu ängstlich, zu dick…

Ein hinderliches Schema betrifft sowohl die eigene Person als auch die Beziehung zu anderen Menschen. Trauen Sie sich bspw. kaum anderen Grenzen zu setzen und «Nein» zu sagen, wird versucht, die dem zugrundeliegenden Schemata zu bestimmen. Möglicherweise haben Sie als Kind die Erfahrung gemacht, dass ein „Nein, das möchte ich nicht“ von den Eltern nicht akzeptiert wurde oder geäußerte Bedürfnisse kritisiert bzw. als unakzeptabel bewertet wurden.
Aus diesen negativen Lernerfahrungen können entsprechend negative Muster entstehen, die jedes Mal (neuronal) aktiviert werden, wenn neue Situationen den Bedingungen ähneln, unter denen das negative Schema erworben wurde. Um sich zu schützen, werden solche Situationen nach Möglichkeit vermieden. Das Kind wird vermutlich dann auch als Erwachsener – beispielsweise gegenüber seinem Partner oder Chef – lieber ‚Ja‘ sagen, um die erwartete Kritik und Ablehnung – proaktiv – zu verhindern.

Ziel der Schematherapie ist es, den Ursprung solcher Muster zu erkennen, ihre Wirkung auf die aktuelle Lebensgestaltung zu verstehen und sie dann verändern zu können

Mehr lesen

Wir arbeiten methodenübergreifend und verbinden Elemente verschiedener Therapieformen zu einem Gesamtkonzept.

KOP

Klärungsorientierte Psychotherapie

Die klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine Therapierichtung, die auf der Grundlage der Gesprächspsychotherapie und der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt wurde. Sie legt besondere Aufmerksamkeit auf die Klärung und Bewusstmachung von Motiven und Bedürfnissen sowie die Veränderung sogenannter Schemata.

Schemata sind Muster, die insbesondere Menschen mit chronischen Beschwerden  automatisiert und unbewusst in hohem Maß steuern. Daher ist ein wichtiges Ziel der Therapie, dem Klienten seine bis dato unbewussten und „unkontrollierbaren“ Schemata bewusst zu machen. Somit hat der Klient die Möglichkeit, selbstverständliche Gewohnheiten, Überzeugungen, Wünsche in Frage zu stellen, zu korrigieren und neue Erfahrungen an sich heranzulassen.

Starke, oftmals diffuse, Unzufriedenheit und die Entwicklung von Symptomen werden in der klärungsorientierten Psychotherapie als Entfremdung (Alienation) von den eigenen Wünschen, Motiven und Zielen bezeichnet. Diese kennenzulernen und mögliche Konflikte mit den eigenen Schemata zu finden, ist ein weiterer wichtiger Baustein dieses Therapieansatzes.

Sobald wir das Problem und die Motive, die uns leiten, verstanden haben, kann auch eine geeignete, den Bedürfnissen entsprechende Lösung gefunden werden.

Mehr lesen

Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) nach Steven C. Hayes wurde genau wie die Schematherapie auf Grundlage der Verhaltenstherapie entwickelt und ergänzt diese. ACT kombiniert verhaltenstherapeutische Techniken mit achtsamkeits- und akzeptanzbasierten Strategien. Lernen Sie nachfolgend die wesentlichen Kernelemente von ACT kennen:

Wir alle sind oft gedanklich in der Vergangenheit, oder versuchen, die Zukunft vorauszusehen und verpassen somit den gegenwärtigen Moment und das, was dieser für uns bereithält. ACT setzt u.a. Achtsamkeitsübungen ein, die uns helfen wieder im Hier und Jetzt zu sein.

Häufig sträuben wir uns dagegen, Dinge anzunehmen, die wir nicht ändern können. Die Vermeidung unangenehmer Gefühle und der Kampf gegen unlösbare Situationen rauben uns Kraft. Dabei heißt Akzeptieren nicht gutheißen, sondern Situationen anzunehmen und die dadurch frei werdenden Energien für das zu nutzen, was uns selbst wirklich wichtig ist.

Unser Gehirn ist eine „Denkmaschine“ und produziert unablässig Gedanken. Viele davon sind nützlich – andere sind jedoch schmerzhaft und wenig hilfreich: Sie sind irrational, verzerrt, belanglos oder auch falsch. 

Dennoch drängen sich diese irreführenden und schmerzhaften Gedanken immer wieder harnäckig auf.  ACT hilft dabei, Abstand zu diesen Gedanken zu gewinnen und sie dadurch zu „entmachten“. So gewinnen wir die Freiheit zurück, zu entscheiden, ob die Gedanken uns bestimmen, oder wir die Gedanken. 

Was ist mir wichtig im Leben? Was will ich erreichen? Wie will ich sein? 

In unserem Leben haben Ziele eine zentrale Bedeutung – sie bringen uns in Bewegung. Werte sind ebenso wichtig – sie funktionieren wie ein Kompass, geben uns Orientierung und helfen uns dabei, unseren Weg zu finden. ACT unterstützt dabei, unseren Kompass auszurichten, indem wir uns unserer eigenen Werte bewusst werden.   

Wenn wir beispielsweise seit langem unter Depressionen oder Ängsten leiden, beginnen wir zu resignieren. Wir setzen uns keine Ziele mehr, lassen uns treiben oder nehmen Dinge, die einmal bedeutsam für uns waren, oder im schlimmsten Falle uns selbst nicht mehr wichtig. 

ACT hilft dabei, dies zu verändern, indem die innere Resignation gelöst wird. Sie lernen zu erkennen, welche Dinge bedeutsam für Sie sind, eine bejahende Haltung einzunehmen und eine „Selbstverpflichtung“ (commitment) einzugehen – und noch wichtiger: auch danach zu handeln!

EFT

Emotions­fokussierte Therapie

Die Emotionsfokussierte Therapie (nach Greenberg) legt den Fokus auf emotionale Prozesse und plädiert dafür, „Emotionen mit Emotionen“ zu verändern.

Wut und Freude, Furcht und Scham, Eifersucht und Liebe – in uns allen stecken Emotionen, die uns vermitteln, wie wir die Welt erleben. Die für Emotionen zuständigen Bereiche unseres Gehirns sind mit Informationen über persönliche Bedeutungen, Bedürfnisse und Werte angefüllt und verarbeiten die in der Welt vorkommenden Muster erheblich schneller als der rationale Teil unseres Gehirns. 

Unsere Gefühle ermöglichen es uns einerseits, uns schnell an die jeweilige Umgebung anzupassen, andererseits können sie aber auch ziemlich verwirrend, überwältigend oder „verschüttet“ sein. Die EFT fokussiert tiefe, oftmals schmerzhaft erlebte Emotionen, die Patienten versuchen, zu vermeiden.

Die Aufgabe des Therapeuten ist es, die emotionale Verarbeitung des Patienten zu fördern, indem der Patient Zugang zu seinem zentralen – teilweise negativen –  emotionalen Verarbeitungsmuster bekommt.
Es geht darum Gefühlserlerben bewusst wahrzunehmen, zu regulieren, zu akzeptieren und durch flexibele, vielseitigere emotionale Reaktionen zu ersetzen.

Mehr lesen

Einzeltherapie

Eine einzeltherapeutische Sitzung umfasst 50 Minuten. Je nach empfundener Belastung des Betroffenen bzw. Notwendigkeit finden die Sitzungen zunächst einmal wöchentlich, später in größeren zeitlichen Abständen statt.

Der erste Schritt ist ein Erstgespräch. Im Erstgespräch können Sie sich einen Eindruck von uns und unserer Praxis in Düsseldorf machen sowie Ihre Fragen an uns klären. Eine notwendige Voraussetzung für einen späteren Therapieerfolg ist, dass die „Chemie“ zwischen Ihnen und Ihrem Psychotherapeuten stimmt und Sie sich „gut aufgehoben fühlen“.

Nach eingehender Analyse Ihrer Beschwerden und Problemen werden konkrete und machbare Ziele gemeinsam von Ihnen und Ihrem Therapeuten erarbeitet. Daran orientieren sich die infrage kommenden therapeutischen Methoden und die erste Therapieplanung, die das „Grundgerüst“ der Therapie bildet. Während des Therapieprozesses werden die laufenden Entwicklungen und aktuellen Ereignisse berücksichtigt und folglich Ziele und therapeutische Methoden entsprechend angepasst.

Weitere Informationen finden Sie unter „Wie verläuft eine Psychotherapie?“ unter der Rubrik Wissenwertes.

Gruppen­angebote

Eine Gruppe kann anregen, motivieren, entlasten und unterstützen.  Jeder Teilnehmer hat eigene Erfahrungen, Ideen oder Ansichten. Dadurch ergibt sich ein Vorteil hinsichtlich Qualität und Kreativität von Problemlösungen – Sie werden „automatisch“ auf neue Gedanken gebracht.

Das Arbeiten in einer Gruppe zeigt, dass es nicht nur eine „richtige“, sondern mehrere mögliche Wahrheiten bzw. Wahrnehmungen gibt. Dies führt zu einer toleranteren Haltung gegenüber den Standpunkten anderer – und möglicherweise auch zur mehr Toleranz und Akzeptanz für sich selbst.

Die Möglichkeit, von anderen zu lernen – deren Sichtweisen und Lösungsmöglichkeiten auf die eigene Situation zu übertragen – ist ein Vorteil sämtlicher Gruppen.

Wir bieten folgende Themenbereiche im Klein-Gruppensetting von max. 6 Teilnehmern an:

  • Achtsamkeitstraining 
  • Projekt Partnerschaft – das Beziehungscoaching
  • Entspannung – Progressive Muskelentspannung; Medidationsübungen
  • Selbstsicherheitstraining & Training emotionale Kompetenzen
  • Kommunikationstraining

Bei Interesse füllen Sie bitte unser Kontaktformular aus bzw. rufen Sie uns an.

Mehr lesen

Kontakt

Psychologen Düsseldorf

Das Team von WENDENBURG & KOLLEGEN besteht aus selbständigen Psychologischen Psychotherapeuten mit staatlicher Approbation, Eintrag im Arztregister und langjähriger Berufserfahrung.